Jun 22

Erfahrungsbericht Motorola Defy (MB 525)

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Für viele ist heute ein Smartphone das einzig vorstellbare Handy. Seit ich Android in die Finger bekam, ist es bei mir nicht anders. Kürzlich habe ich mir das “unzerstörbare” Motorola Defy zugelegt. Warum ausgerechnet dieses Modell, obwohl es rein technisch eher überholt ist, werdet Ihr verstehen, wenn ich Euch von meinen vorigen Sony Ericsson erzähle.


Motorola Defy

Mein erstes Handy war ein SE X10 Mini Pro, da mich das Konzept der Hardware-Volltastatur überzeugt hatte. Nach wie vor halte ich diese als die beste Lösung überhaupt, was die Ergonomie beim Texten betrifft. Wer schon einmal SMS von über 2000 Zeichen verschickt hat, wird das verstehen können. Ein Touchscreen kann in Sachen Tippgeschwindigkeit und Blindtippen der Hardware-Tastatur einfach nicht das Wasser reichen. Aber die Sache hatte einen Haken – Der Mechanismus stellt eine eindeutige Schwachstelle dar, sodass – ich vermute, nach ein wenig Nieselwetter – sowohl der Touchscreen des X10 mini pro U20i als auch der des Nachfolgers, die Flinte ins Korn geworfen haben. Das Xperia Mini Pro SK17i hatte ich mir als Ersatz/Upgrade gekauft.

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So, damit wären wir auch beim Motorola angekommen. Das Defy ist ein Android-Handy mit einem 800MHz Einkerner Prozessor in Arm Cortex V7 Architektur. Es verfügt über 512MB Arbeitsspeicher und 1GB interner ROM Speicher, welcher natürlich per Micro-SD Speicherkarte erweiterbar ist. Das Motorola Defy bietet einen 4-Zoll multitouch LED-LCD mit 480×854 Pixeln. Wie fast alle außer vielleicht Samsung’s Super AMOLED Displays hat es draußen Probleme mit der Lesbarkeit, aber der Bildschirm ist doch um Welten besser, als der des ansonsten in etwa gleich ausgestattetem SK17i Mini Pro (dieser war jedoch nicht nur kleiner, sondern hatte vor Allem eine ca. um die Hälfte niedrigere Auflösung). Des Weiteren ist noch eine – eher schlechte – 5 Megapixel Kamera verbaut. Wo das Mini Pro SK17i eine Frontcam hatte, hat das Defy leider keine. Da Motorola die Anzahl der Schwachstellen in Form von Hardwarebuttons minimieren wollte, bietet es entsetzlicherweise auch keinen Fokus/Auslöserknopf für den Fotoapparat. Diese Tatsachen verbannen die Fotomöglichkeiten des Defy ins Bereich der Not(iz)-Einsätze.

Dieses Handy ist eines der wenigen, welches IP67 zertifiziert ist. Dies bedeutet, dass es bis zu eine halbe Stunde lang in 1m tiefem Wasser liegen darf, ohne Schaden zu nehmen. Des Weiteren hat es ein Gorilla Glass Bildschirm und ist generell besonders auf Stoßfestigkeit ausgelegt. Wer mit seinem Handy bei jedem Wetter joggen geht und/oder es häufig “unfreiwillig in der Gegend herumschmeißt”, wird dies zu schätzen wissen. Getestet habe ich die Wasserdichtigkeit aus naheliegenden Gründen selbst nicht, aber es gibt zahlreiche Videos, die dies eindrucksvoll demonstrieren.

Schnell war das Defy auch gerootet und die neueste Cyanogen Jellybean installiert. All dies, inklusive einem übertakten des Handys auf 1350MHz – was endlich eine für einen Single Core Handy durchaus annehmbare flüssige Handhabung gewährleistet – war reibungslos möglich. Ab Werk jedoch wurde das Handy mit Android 2.2 Froyo und MotoBlur ausgeliefert. Im Gegensatz zur in meinem Fall nicht upgradebaren 2.1 des X10 Mini Pro bietet die 2.2 wenigstens Multitouch, “hakt” aber oft im Gebrauch.

Eine App, die bei meinem Umstieg auf ein 100%-Touchscreen-Smartphone von überlebenswichtiger Bedeutung ist, ist selbstverständlich die Keyboard-App. Die Android-Standarttastatur ist schlichtweg Schrott – langsam und begrenzt mit vielem hin- und her, um Symbole und Co. zu tippen. Des Weiteren schreibe ich regelmässig in 3 verschiedenen Sprachen, sodass auch die benötigten Tasten sich ständig ändern. Ich habe daher zu SwiftKey gegriffen. Diese in Demo-Version 1 Monat lang testbare Tastatur-App scheint einen guten Ruf zu haben und fällt auch mir als reaktionsfreudig und gut durchdacht sehr positiv auf. Go Keyboard hatte hier zwar top-Features, aber war oft etwas lahm.

Fazit:

Ich habe das Handy zwar erst seit ein paar Tagen im Gebrauch, aber es macht einen tollen Eindruck und genießt auch auf XDA-Developpers z. B. einen guten Ruf in seiner Fangemeinde. Die Akkulaufzeit ist ob des 1500mAh-Akkus – welchen man auch mit dem 1700mAh-Akku des technisch nahezu identischem Defy+ (welches sich alleine durch einen ab Werk höher getakteten CPU und ebendiesem Akku unterscheidet) aufrüsten kann – eher gut für ein Android-Handy: Fast 2 Tage in moderatem Gebrauch (inklusive Soundcloud-Streaming und GPS-Navi).

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